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Weniger Klimatote dank fossiler Energie

Der Originalbeitrag ist als „Schlumpfs Grafik 51“ im Online-Nebelspalter vom 8. August 2022 zu lesen.

Vor einer Woche habe ich hier beschrieben, wie fundamental wichtig fossile Energie für das beispiellose Aufblühen und Gedeihen der Menschheit in den letzten 200 Jahren gewesen ist (siehe hier). Um diese – für viele provokative – Erkenntnis nachvollziehen und bestätigen zu können, muss man allerdings imstande sein, mehrere geistige Hürden zu überspringen.

Erstens muss man einen unabhängigen Geist besitzen, um nicht der medialen Dauerberieselung mit Katastrophen-Nachrichten über die dringend notwendige Eliminierung fossiler Energien zu erliegen. Zweitens muss man sich um eine längerfristige Perspektive bemühen, um nicht von kurzfristigen Ausreissern und Rückschlägen verwirrt zu werden.

Drittens muss man verstehen, dass der zunehmende Wohlstand der Menschheit nicht nur einer höheren Lebenserwartung, einem vervielfachten Einkommen und der dadurch ermöglichten wachsenden Bevölkerung geschuldet ist, sondern auch im wachsenden Kultur- und Bildungsangebot, in der Armutsbekämpfung und der Gewalteindämmung, im verbesserten Umweltschutz sowie im sanitären und medizinischen Fortschritt zu erkennen ist.

Was wichtig ist:

– Der Anteil fossiler Energie lag bis vor kurzem noch nahe bei 90 Prozent
– Mit Kohle, Öl und Gas ist es gelungen, die Zahl der Klimatoten drastisch zu reduzieren
– Dieser unglaubliche Fortschritt wird im Rahmen der Klimapolitik ignoriert

Fossile Energie dominiert den Energieverbrauch bis heute

Viertens schliesslich – wenn man anerkennt, dass wir diesen Wohlstandsfortschritt im Bereich unserer Lebensbedingungen gemacht haben – muss man noch verstehen, dass diese Entwicklung ohne die fossilen Energieträger unmöglich gewesen wäre. Das ist wohl der schwierigste Teil, weil er – wie gesagt – dem allgegenwärtigen Katastrophengedröhn diametral widerspricht.

Und doch: Seit der Nutzbarmachung von Kohle im 19. Jahrhundert haben die fossilen Energieträger bis heute fast allein alle maschinellen Tätigkeiten und Prozesse angetrieben, die zur sukzessiven Verbesserung unserer Lebensgrundlagen geführt haben. Dies wird aus der folgenden Grafik deutlich, die den prozentualen Anteil von Kohle, Öl und Gas am weltweiten Energiemix seit 1965 zeigt.

Fossiler Anteil sank nach dem Aufkommen der Kernenergie leicht

Nach «BP Statistical Review 2022» lag der Anteil der Fossilen bis 1973 bei gut 93 Prozent. Mit dem Aufkommen der Kernenergie sank er in den darauf folgenden zwanzig Jahren auf 86 Prozent, wo er trotz beginnenden UNO-Klimakonferenzen nochmals zwanzig Jahre stehen blieb. Erst ab 2013 sank er wegen den Neuen Erneuerbaren wieder leicht. Aktuell liegt der Anteil der Fossilen bei 82 Prozent.

Überall dort also, wo Energie benötigt wird, sind die Fossilen dominierend. Sehen wir also eine energiegetriebene positive zivilisatorische Fortschrittsentwicklung, beruht diese zum grössten Teil auf fossiler Energie, was diese in positivem Licht erscheinen lässt. Sehen wir aber den daraus resultierenden Anstieg der CO2-Emissionen, der die Erderwärmung mit angeblich schlimmer werdenden Naturkatastrophen verursacht, stehen die Fossilen in negativem Licht.

Das alarmistische Klimaszenario im Wirklichkeitstest

Also was nun: positiv oder negativ? Das Dilemma löst sich rasch auf, wenn man das alarmistische Negativ-Narrativ der Folgen der CO2-Emissionen einem Wirklichkeitstest unterzieht. Dies mache ich mit der nächsten Grafik, die ich aus Alex Epsteins Buch «Fossil Future» entnommen habe (Fig. 7.1, siehe hier).

Für den Zeitraum von 1920 bis 2020 sieht man links den Anstieg des CO2 in der Atmosphäre (in Parts per million, ppm) und rechts die von klimarelevanten Naturkatastrophen verursachten Todesfälle pro Jahrzehnt. Wie man sieht, nimmt die Konzentration der Treibhausgase in diesen hundert Jahren seit den 1960er Jahren verstärkt zu, während umgekehrt die Zahl der Klimatoten bis in die 1970er Jahre massiv und danach langsamer abnimmt.

Die Statistik der klimabedingten Todesfälle wird ignoriert

Während die linke Grafik wohl allen bekannt ist, kennt man die rechte kaum. Diese wird vom Klimawandel-Establishment systematisch ignoriert: Beispielsweise ist sie in keinem der sechs Sachstandsberichte des Weltklimarates berücksichtigt worden. Der Grund liegt auf der Hand: Die Grafik rüttelt massiv an der Apokalypse, die die Klimawarner ständig heraufbeschwören. Ist die Statistik also gefakt?

Nein. Sie beruht auf der öffentlich zugänglichen Datenbank «EM-DAT», die am Centre for Research on the Epidemiology of Disasters (CRED) an der Université catholique de Louvain in Brüssel betreut wird (siehe hier). Das ist die einzige Datenbank, in der so gut wie möglich die Zahl der Toten und der Betroffenen sowie die Höhe der Schäden für jede Natur- und technische Katastrophe im globalen Rahmen nachgetragen wird – und dies zurück bis zum Jahr 1900.

Deutliche Abnahme des Risikos, wegen einer Naturkatastrophe zu sterben

Was also zeigt dieser Teil der Grafik? Unter «Climate-related disaster deaths» versteht man alle Todesfälle, die von Naturkatastrophen weltweit verursacht werden, bei denen der Klimawandel einen Einfluss haben kann. Konkret sind das Stürme, extreme Temperaturen, Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürren und Wildfeuer. Um die zum Teil extremen Unterschiede zwischen den Jahren zu glätten, sind die Zahlen hier pro Jahrzehnt aufgeführt. Angegeben werden sie in Toten pro Million Menschen.

Todesfälle wegen klimabedingter Naturkatastrophen machen heute nur noch drei Tausendstel-Prozent aller Todesfälle aus – ein fast vernachlässigbares Risiko.

Das Resultat lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig (ich habe das früher schon hier besprochen): Das Risiko, wegen einer Klima-Naturkatastrophe zu Tode zu kommen, ist in den letzten hundert Jahren im Weltdurchschnitt um 98 Prozent gesunken. Im Durchschnitt sterben heute pro Jahr nur noch rund 18’000 Menschen an solchen Naturereignissen. Das ist weniger als drei pro Million. Oder rund drei Tausendstel-Prozent aller Todesfälle – ein fast vernachlässigbares Risiko.

Dieser Klimaschutz ist nur dank fossiler Energie möglich geworden

Es ist uns also in erstaunlichem Umfang gelungen, uns vor Klimagefahren zu schützen, denen wir die längste Zeit seit dem Bestehen der Menschheit weitgehend hilflos ausgesetzt waren. Und wieder: Diese Entwicklung erfolgte in den letzten zweihundert Jahren, und deshalb sind auch hier die fossilen Energien matchentscheidend. Nur mit fossil betriebenen Maschinen konnten wir unsere Häuser besser gegen Stürme und Überschwemmungen schützen. Nur mit fossil betriebenen Maschinen konnten wir Bewässerungsanlagen errichten, die uns vor Dürren schützen. Nur mit fossil betriebenen Maschinen konnten wir Nahrungsmittel und Medikamente in Katastrophengebiete in armen Ländern schicken. Und so weiter und so fort.

Fazit: Die auf fossilen Treib- und Brennstoffen basierende industrielle Revolution seit dem 19. Jahrhundert hat uns nicht nur eine beispiellose Wohlstandsentwicklung ermöglicht, sondern hat uns auch die Mittel in die Hand gegeben, mit denen wir uns immer besser gegen klimabedingte Naturkatastrophen schützen können. Und wenn es wahr ist, was Politik und Medien ständig predigen, nämlich dass Stürme, Dürren, Überschwemmungen, Extremtemperaturen und Waldbrände bereits wegen dem Klimawandel zugenommen haben, dann erscheint das real ständig sinkende Risiko, dadurch zu Tode zu kommen, in noch erstaunlicherem Licht.

Eine für mich verstörende Frage bleibt: Warum werden all diese positiven, durch fossile Energie ermöglichten Entwicklungen von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen oder sogar abgestritten?

3 Kommentare zu “Weniger Klimatote dank fossiler Energie

  1. Rolf Klinge

    Argumente allein reichen nicht. Die Verantwortlichen (Wissenschaft, Politik, Medien) müssen unter Druck gesetzt werden.
    Es ist belegt:
    – Die Erde ist kein Treibhaus
    – Die „Treibhausgase“ verhindern die Überhitzung der Atmosphäre und damit deren Flucht ins All.
    Details gern direkt.
    MfG
    Rolf Klinge

  2. Arturo Romer

    Ein sehr interessanter Beitrag! Wo wäre der Stand unserer heutigen Entwicklung und Lebensqualität ohne den Einsatz der fossilen Energien (Kohle, Erdöl, Erdgas, usw.) seit dem Beginn des industriellen Zeitalters (1769)? Wir wären immer noch voll im Mittelalter, arm und mittellos. Heute kennen wir jedoch auch die negativen Aspekte der fossilen Energien (Treibhausgase, Klimawandel). Mit Wissen, Forschung und Technik muss die Menschheit die Treibhausgas-Emissionen ab sofort bekämpfen und reduzieren. Das gelingt jedoch nicht von heute auf morgen. Es braucht viel Zeit und Geld. Mehr als 80% der weltweiten Primärenergie sind heute immer noch fossiler Natur.

  3. Paul Schwedtke

    Das ist zwar richtig, was Schlumpf-Argumente schreibt. Die Folgen sind mit zu kurz gekommen. Innerhalb eines Lebensalters – von sagen wir gut 80 Jahren – hat sich die Zahl der Erdenbewohner fast vervierfacht. Ich bin selber Nutznießer. Doch diese Entwicklung wird Folgen haben: Kriege auf Grund von Dichtestress, Viren finden Futter, und Sintfluten werden Bereiche für den Menschen unbewohnbar machen. Bereits in den 70er Jahren hat der Arzt und Journalist Hoimar von Ditfurth auf dieses Problem hingewiesen. . Politik mit dem Vierjahreshorizont nimmt solche Argumente nicht wahr. Ich glaube auch, dass die Menschheit von sich heraus keine Wege beschreiten wird. Wenn ich es recht bedenke, dann ist der russische Überfall auf die Ukraine der Einstieg. Folgt Taiwan?. Vom Erfolg der Viren will ich nicht reden. Die Sintflut im Ahrtal – war ja nur ein regionales Ereignis – wird Poltiker nicht zum Nachdenken und Entscheiden veranlassen.

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