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Mein Abschied vom Nebelspalter

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Der Originalbeitrag ist als „Schlumpfs Grafik 169“ im Online-Nebelspalter vom 23. Februar 2026 zu lesen.

Letzte Woche wurde ich vom Geschäftsführer des Nebelspalters darüber informiert, dass meine Tätigkeit als Kolumnen-Schreiber Ende Februar 2026 zu Ende gehe. Damit endet eine fast fünfjährige Zusammenarbeit, die im Juni 2021 begonnen hat.

Damals hörte ich von einem Kollegen, dass es ein neues Publikationsorgan gebe, den von Markus Somm übernommenen Nebelspalter. Einige Zeit später verfolgte ich eine kontroverse Fernsehsendung zum Thema Energie, bei der sich Markus Somm vehement für die Atomenergie stark gemacht hat. Daraufhin habe ich Markus per Mail kontaktiert, ihm zu seinen Statements in der Sendung gratuliert und ihm angeboten, allenfalls beim Nebelspalter selber auch mitzuschreiben.

Erste Kolumne im Juni 2021

Bei einem darauffolgenden Treffen in seinem Büro habe ich ihm vorgeschlagen, wöchentlich Beiträge im Bereich Energie und Klima zu schreiben, deren Themen mit einer zentralen Grafik veranschaulicht werden. Diese Konstellation hat ihn offenbar überzeugt, sodass er mir vorgeschlagen hat, es einmal zu probieren. Und zwar in Zusammenarbeit mit Alex Reichmuth, der schon beim Nebelspalter angestellt war. So habe ich am 7. Juni 2021 meine erste Nebelspalter-Kolumne «Immer weniger Todesfälle wegen Naturkatastrophen» publiziert.

Für deinen Mut, Markus, einem pensionierten Musikprofessor in diesem ganz anderen Fachgebiet eine Chance zu geben, danke ich dir nochmals. Und von Alex Reichmuth – den ich von Weltwoche-Beiträge her dem Namen nach kannte – konnte ich seither durch eine intensive und sehr fruchtbare Zusammenarbeit stark profitieren: Alle meine Beiträge sind immer über sein Pult gegangen. Dabei hat er mich inhaltlich und sprachlich punktuell kritisiert und insgesamt hervorragend beraten. Dafür, Alex, bin ich dir sehr dankbar und ich bedaure, dass dieses Feedback nun zu Ende geht.

Themenaufteilung der Kolumnen

Im Verlauf der Zeit hat sich für meine Kolumnen die Etikettierung «Schlumpfs Grafik» herausgebildet. Das Themenspektrum der Beiträge reichte von Energie/Ressourcen, über Klima/ Umwelt bis zum Langzeitfortschritt der Menschheit. Die folgende Grafik zeigt die zahlenmässige Verteilung dieser Bereiche:

Grafik
Quelle: Martin Schlumpf

81-mal habe ich mich zu Energie- und Ressourcenfragen geäussert, 56-mal zu Klima- und Umweltthemen, 25-mal zu Langzeitentwicklungen beim Wohlstandsfortschritt der Menschheit in den letzten 200 Jahren und sechsmal zu anderen Fragen, wie Impfen, Covid, AHV und Steuern.

Suche nach der bestmöglichen «Wahrheit»

Das Ziel meiner 168 Beiträge war immer, aufgrund der besten wissenschaftlichen Quellen zum Kern eines Themas vorzudringen und den entsprechenden Sachverhalt in einer Langzeitperspektive möglichst einfach und logisch darzustellen – natürlich mithilfe von Grafiken (mit der Zeit habe ich jeweils auch mehrere verwendet), die für mich im besten Fall neben der inhaltlichen Veranschaulichung auch noch einen ästhetischen Wert haben. Kurz, mein Anspruch war, jeweils zur bestmöglichen «Wahrheit» über ein bestimmtes Thema zu diesem Zeitpunkt zu gelangen.

Eine solche Arbeit ist aber oft aufwändig und mühselig, was auch vom Leser und von der Leserin viel abverlangt. Dass viele von ihnen meine Arbeiten wohlwollend zur Kenntnis genommen und teilweise auch mit zusätzlichen inhaltlichen Punkten ergänzt haben, verdanke ich auch herzlich: Ich habe einiges daraus gelernt.

Neues Buch «Stromloch im Winter»

Ende März wird ausserdem mein neues Buch «Stromloch im Winter – Scheitert unsere Energiewende?» bei Edition Königstuhl erscheinen. Ich persönlich will alles unternehmen, dass der zentrale Knackpunkt unserer geplanten Energiewende, eben das Winterstromloch, von einem möglichst grossen Publikum zur Kenntnis genommen wird, damit wir in Zukunft hoffentlich die nötigen Korrekturen vornehmen können. Wenn Sie dabei mithelfen, freut mich das sehr.

Ich wünsche ihnen allen und dem Nebelspalter in Zukunft alles Gute.

5 Kommentare zu “Mein Abschied vom Nebelspalter

  1. Martin Schlumpf
    Martin Schlumpf

    Herzlichen Dank für alle unterstützenden Kommentare!
    Ich werde weiter schreiben und versuchen, die Reichweite meiner Beiträge zu vergrössern. Dann hätte der Abschied vom Nebelspalter noch sein Gutes…

  2. Kurt Weiss
    Kurt Weiss

    Lieber Martin,
    Du weisst, ich schätzte Deine Kolumnen als kritischer Physiker sehr, so wie auch Deinen tollen Vortrag im Clurr. Schade nur, dass die breite Resonanz, jedenfalls so wie ich sie wahrgenommen habe, deinen gedanklich/wissenschaftlichen Höhenlügen nicht folgen wollte/konnte. Vielleicht war/ist der allgemeine Meinungsgegendruck noch zu intensiv. Es wird sich ändern. Es muss sich ändern. Wenn ich Dich dabei unterstützen kann, lasse es mich wissen.
    Beste Grüsse und bis bald.
    Kurt

  3. Rolf Fehlmann
    Rolf Fehlmann

    Lieber Herr Schlumpf
    Besten Dank für ihre wertvolle und fundierte Arbeit. Insbesondere ihre Beiträge zu Energiethemen (Atomkraftwerke versus flatterhafte Solar- und Windenergie) habe ich mit grossen Interesse verfolgt. Gerne bleibe ich dazu auf ihrem Blog beim Thema dran, wünschte mir aber, dass Sie ihre Beiträge über ein anderes Medium einem breiteren Publikum zugänglich machen könnten (z. Bsp. Weltwoche).

  4. Arturo Romer
    Arturo Romer

    Das tut mir sehr leid. Die Beiträge von Herrn Prof. Martin Schlumpf waren stets ausgezeichnet, sehr sachlich und kompetent. Diese Stimme der Wahrheit wird sicher vielen Leserinnen und Lesern fehlen.

  5. Willi Meier
    Willi Meier

    Hallo Martin, besten Dank für deine „schlumpf argumente“ die ich in vielen Diskussionen einbringen konnte. Sicher werde ich dein neustes Buch bestellen. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und bleib dran.Willi Meier

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